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Original Yaoi Story [lemon] [a/c]

Hallo, hoffentlich habe ich das mit dem lj-tag und den Warnungen richtig verstanden.
Für alle Freunde von Original Yaoi Fiction hier eine Geschichte, die ich während meiner Mandelentzündung geschrieben habe, wenn ich nicht grade vor der Playstation saß.

Viel Vergnügen :-)

Und natürlich allen frohe Weihnachten!



Autor: aika135
Genre: Yaoi Original
Kommentar: Warnung! wirklich viel Gewalt, wahrscheinlich MA rating






Es war ein einfacher Job und dazu ein recht angenehmer. Die beiden Schwestern waren nicht nur äußerlich reizvoll, sondern führten auch sehr amüsante und gebildete Gespräche miteinander auf dem Rücksitz des Wagens. Sie hatten ihn als Fahrer und Beschützer angeheuert, denn auf der Strecke, die sie vor sich hatten, war es in der letzten Zeit des Öfteren zu Überfällen gekommen.
„Keine Sorge. Ich werde die Damen schon sicher ans Ziel bringen.“
Er warf den beiden Schwestern über seine Schulter hin ein Lächeln zu und sie lächelten zurück und lachten, weil sie eben junge Damen waren und er ein junger Mann. Er gefiel ihnen mit seinem blonden Haar, den hellen Augen und dem sonnenbraunen schlanken Körper. Deshalb hatten sie ihn ausgesucht.
„Hör zu, Darius, so heißt du doch?“ Die Jüngere der beiden Schwestern zerwühlte mit der Hand ihr blondes Haar. „Wir legen noch einen Hunderter drauf, wenn du dein Hemd ausziehst.“
Die andere rückte so dicht an den Fahrersitz heran, dass ihre roten Locken den Hals des Mannes kitzelten. „Meine Schwester ist viel zu verschwenderisch. Für Hundert musst du alles ausziehen.“
Die Jüngere stimmte ihr sogleich zu. „Meine Schwester hat recht. Wir wollen dich ganz nackt sehn.“
Der Mann schüttelte den Kopf. Er nahm es für einen überschwänglichen Scherz, bis eine zarte Hand ihm von hinten einen Hunderter auf seinen Schoß schob. „Na, was ist? Bekommen wir nun was zu sehen?“
Er hielt den Wagen und reichte den fordernden Damen das Geld zurück. „Es tut mir leid. Aber für so was bin ich nicht zu haben.“
„Ach komm schon.“ Die Rothaarige zwickte ihm mit ihren langen Fingernägeln in den Arm. „Wir geben dir Zweihundert.“
Die Blonde nickte. „Ja, aber dann musst du dir vor uns einen runterholen.“
Darius startete den Wagen so plötzlich, dass die Schwestern mit erheiterten Schreien auf ihre Sitze zurückfielen.
Er sprach kein Wort mehr mit ihnen.
„Der spricht nicht mehr mit uns.“
„Der ist sauer.“
„Was können wir dafür, wenn der so zimperlich ist?“
„Hätten wir doch den anderen genommen, den vom letzten Mal. Der hat sich nicht so angestellt. Außerdem war der muskulöser.“
„Ich dachte, wir versuchen mal was Neues.“
„Netter Versuch. Das wird vielleicht eine langweilige Fahrt. Und so beklemmend. Wir sollten etwas singen.“
„Du sagst es. Das heitert uns sicherlich auf.“
Der Gesang der beiden Schwestern war die reinste Folter für das menschliche Gehör. Dass sie dies mit Absicht taten, um den Mann zu ärgern, war ihm klar, aber er beschwerte sich nicht. Es war ihm lieber, diesen Dissonanzen zuzuhören als ihrer verschlagenen Konversation.
So kam es, dass Darius es fast schon begrüßte, als während der Fahrt plötzlich ein Reifen platzte. Der Wagen schlingerte bedrohlich bis er endlich zum Stehen kam.
Die Schwestern beendeten jäh ihren Gesang und wollten wissen, was geschehen war. „Warum fährst du wie ein Henker?“
„Wir haben eine Reifenpanne.“
„Was?“
„Ein Reifen ist geplatzt. Ich werd ihn auswechseln.“
„Moment.“ Die Rothaarige verengte ihren Blick. „Was wenn das ein Trick ist? Wenn sie uns den Reifen angeschossen haben, um uns zu überfallen? Wir sind hier mitten im Wald.“
Darius sah aus der Seitenscheibe. „Ich sehe hier niemanden. Aber wenn es euch beruhigt, schaue ich mich erstmal um.“
Er entsicherte seine Pistole uns stieg aus dem Wagen.
Ringsum war nichts zu sehen, nichts zu hören. Genau genommen war es nahezu verdächtig still. Der Mann hielt seinen Atem an und lauschte. Ein Rascheln im Unterholz ließ ihn zusammenzucken. Beinahe hätte er die Waffe abgefeuert. Wie albern. Es war sicher nur irgendein Tier gewesen.
Er öffnete den Kofferraum, um das Reserverad herauszuholen, als er nun sehr deutlich ein Geräusch hinter sich hörte, leises Lachen.
Rasch drehte er sich um und erblickte eine hochgeschossene Gestalt. Viel war nicht zu erkennen, denn das Gesicht des Fremden war bis zu den Augen unter dem aufgestellten Kragen eines langen Mantels verborgen. Doch es tauchte niemand unversehens in dieser menschenleeren Gegend auf, wenn er nicht ganz bestimmte Absichten verfolgte, üble Absichten. Also zögerte Darius nicht, die Waffe auf den Unbekannten zu richten. „Was wollen Sie?“
Der andere hob beschwichtigend die Hände. „Was für eine stürmische Begrüßung.“ Seine Stimme klang freundlich und angenehm. „Nun, du hast da zwei sehr hübsche, junge Damen in deinem Wagen. Ich bin mir sicher, dass so einige dafür einen sehr hohen Preis bezahlen werden.“
„Keinen Schritt näher.“ Darius zielte mit der Waffe auf den Kopf des Fremden. „Ich knall dich ab.“
Auf diese Drohung hin lachte der Fremde bloß recht charmant. „Das glaube ich nicht. Du wirst nicht schnell genug sein und daneben schießen. Und du möchtest sicher nicht erleben, was ich mit Leuten anstelle, die auf mich schießen. Also erspar dir das.“
Darius hielt die Waffe, wo sie war. „Ganz schön arrogant, findest du nicht? Ich habe sechs Kugeln im Magazin und eine davon trifft dich garantiert. Und sollte das nicht ausreichen, dann habe ich ein Messer. Und du möchtest nicht erleben, wie gut ich damit umgehen kann.“
Wieder lachte der Fremde und Darius überkam der unschöne Verdacht, dass dieser Mann wahrscheinlich einen guten Grund hatte, so unbeeindruckt auf die Drohungen zu reagieren. Der Mann war sicher nicht allein gekommen. Vielleicht genügte eine falsche Bewegung und Darius würde aus dem Hinterhalt erschossen werden. Vorsichtig drehte er den Kopf ein kleines Stück zur Seite, um seinen Verdacht zu überprüfen.
Durch diese Ablenkung verspielte er jedoch alles. Ein blitzschneller Tritt hieb ihm die Waffe aus der Hand und ehe er nach seinem Messer greifen konnte, hatte der andere ihn schon überwältigt.
Was für ein Kämpfer. Hätte seine Wut in diesem Moment nicht jedes andere Gefühl erstickt, dann hätte Darius den Mann gewiss für sein Talent bewundert.
Der andere hielt ihn so, dass er sich in dem Griff nicht mehr bewegen konnte, einen Arm auf dem Rücken und den anderen um die eigene Kehle geschlungen. Es schnürte ihm den Atem ab.
Der Fremde hinter ihm stieß einen Pfiff aus und das Gebüsch ringsum begann sich raschelnd zu teilen. Mindestens zehn, vielleicht fünfzehn Vermummte traten daraus hervor und der Fremde befahl ihnen, die Frauen aus dem Wagen zu holen. Er war also ihr Anführer.
Einer der Vermummten deutete auf Darius. „Sollen wir ihn töten?“
„Nein.“ Das verhüllte Gesicht des Fremden beugte sich hinab, um Darius zu betrachten. Die Augen des Mannes wirkten in der Dunkelheit vollkommen schwarz. „Ich nehme ihn mit. Stellt ihn ruhig.“
„Jawohl.“ Der Vermummte rief einen anderen zu sich. „Verpass ihm ein paar schöne Träume. Der Boss will ihn mitnehmen.“
Der Hinzugekommene nickte. Er zog eine Spritze hervor und steckte eine lange Kanüle darauf.
In Darius machte sich Panik breit. Er versuchte, sich zu wehren, doch es war aussichtslos. Der Griff des anderen wurde nur umso fester, umso schmerzhafter.
Die Kanüle drang in seinen Hals und raubte ihm das Bewusstsein.

Darius erwachte auf einem Sofa liegend in einem Raum, der wie ein Wohnzimmer eingerichtet war, sehr elegant. Er versuchte die Ereignisse, bevor er weggetreten war, in irgendeinen Zusammenhang mit diesem Zimmer zu bringen, doch es gelang ihm nicht. Sie mussten ihn hierher gebracht haben. Was aber war mit den Schwestern geschehen? Er hatte sie nicht beschützen können und nun waren sie in die Hände dieser Räuber und Menschenhändler geraten. Es war eine organisierte Bande, die schon seit einiger Zeit die Gegend unsicher machte. Wahrscheinlich waren er und die beiden Damen schon vor ihrer Abfahrt aus der Stadt beobachtet worden. Er hätte von vornherein gegen diesen Überfall nichts ausrichten können, nicht einmal drei oder vier bewaffnete Männer hätten das gekonnt. Aber was wollten sie von ihm? Es gab niemanden, der auch nur einen Pfennig Lösegeld für ihn bezahlen würde. Das würden sie früher oder später merken und dann würden sie ihn töten.
Er ging zur Tür. Vielleicht waren sie nachlässig, wähnten ihn noch schlafend und hatten nicht abgeschlossen. Das wäre allerdings zu schön gewesen, um wahr zu sein. Die Tür war verschlossen und blieb es trotz einiger wütender Tritte.
Dann hörte er wieder das Lachen. Er hätte sich vorher besser umsehen sollen.
In einer Ecke des Raumes, verdunkelt durch den Schatten einer Schrankwand, sah er ihn auf einem Sessel sitzen.
„Gib dir keine Mühe, du kommst hier nicht raus.“
Erschrocken blickte Darius auf den großen Mann, dessen Gesicht nun unverhüllt war, ein scharf geschnittenes Gesicht mit blutleeren Lippen, die sich zu einem amüsierten Lächeln verzogen hatten. „Das hier war mal ein Gefängnis, nun ist es meine Festung. Hier kommt niemand hinein oder hinaus, wenn ich es nicht erlaube.“
Darius verschränkte seine Arme vor der Brust. „Schön, das hätten wir dann also geklärt. Aber was habt ihr mit mir vor?“
Der Mann betrachtete ihn prüfend. „Du bist ein hübscher Kerl, aber zu alt, als dass ich dich noch gut verkaufen könnte. Sie wollen junge Männer, sehr jung, fast noch Kinder.“
„Ihr handelt wohl auch mit Kindern, was?“
„Nun, wenn die Nachfrage besteht.“
Der Anführer erhob sich und trat mehr ins Licht. Der große Körper wirkte schlank, aber massiv und im Kontrast zu seiner schwarzen Kleidung sah die Haut gespenstisch blass aus. Das dunkle Haar war durchzogen von feinen grauen Strähnen, doch sein Gesicht wies noch keine deutlichen Falten auf. Eine lange Narbe zog sich unschön von der linke Wange hinunter zum Kinn.
„Was mache ich also mit dir?“
Als der Mann näher kam, nahm Darius wieder diesen Geruch wahr, von dem er nicht wusste, ob es Seife war, Waschmittel oder Rasierwasser. Er wusste nur, dass dieser Geruch seine letzte Erinnerung war, bevor sie ihn betäubt hatten. Instinktiv hob er seine Hände auf Brusthöhe, um sich zu verteidigen vor dieser Nähe, die ihm Angst machte.
Der Mann schüttelte den Kopf. „Lass das sein. Oder muss ich dir noch einmal zeigen, dass ich stärker bin als du?“
Darius ließ die Arme sinken. „Nein. Du bist ein zu guter Kämpfer.“
„Natürlich bin ich das. Oder denkst du, die Männer hier gehorchen mir aus Sympathie?“
Er legte eine Hand an Darius Kinn und zwang den jüngeren Mann, ihm in die Augen zu sehen. Die Augen, die im Schatten schwarz erschienen waren, zeigten im Licht eine dunkelgrüne Farbe. „Wenn Blicke töten könnten, hättest du mich längst erledigt, was?“
Darius schwieg, während der Mann ihn weiterhin betrachtete. „Jetzt will ich sehen, ob es sich auch wirklich lohnt, dich am Leben gelassen zu haben.“
Er zog ein Messer aus seinem Gürtel und ließ es zwischen seinen langen Finger hin und her schwingen.
Dann plötzlich stoppte der Mann das beunruhigende Spiel mit dem Messer und richtete die Klinge auf Darius Brust. „Zieh dich aus. Wenn es nicht schnell genug geht, helfe ich hiermit ein wenig nach.“
Zunächst tat Darius gar nichts. Er dachte auch nicht nach. Er reagierte bloß, denn wenn er je zu etwas ausgebildet worden war, dann im Nahkampf mit dem Messer. Er beherrschte jeden Angriff und auch jede Abwehrtechnik nahezu perfekt. Und er war schnell. Er vollführte einen harten Block gegen den Arm des Mannes, um die Klinge von sich weg zu schieben, und dann trat er ihm gegen das Schienbein. Das verschaffte ihm ein wenig Zeit.
Schnell ging er hinter dem Tisch in Deckung und schnappte sich dort eine Weinflasche. Als er sie an der Tischkante zerbrach, spritzte der rote Wein über seine Kleidung und den hellen Teppich.
Drohend hielt Darius die zu scharfen Kanten zerbrochene Flasche empor. „Denkst du, ich bin dein Spielzeug?“
Der Ausdruck im Gesicht des Anführers war schwer zu deuten. Eine seiner schmalen, dunklen Augenbrauen hob sich amüsiert, als sie sich aber wieder senkte, entstand eine Zornesfalte in der Mitte seiner Stirn. „Das war die letzte Flasche meines besten Bordeaux. Ich habe sie auf diesen Tisch gestellt, damit sie unbeschadet Zimmertemperatur erreicht. Mein Junge, wenn du so nach Schmerzen bettelst, kann ich es wohl nicht mehr überhören.“
Nun wurde Darius von dem unguten Gefühl beschlichen, die Situation für sich nicht eben verbessert zu haben. Er würde nicht ewig hinter diesem Tisch die Stellung halten können. Wahrscheinlich würde dieser Mann ihn einfach erschießen. Also tat er, was er in diesem Augenblick für vernünftig hielt, legte das Fragment einer Bordeauxflasche beiseite und zog sich das vom Wein durchnässte Hemd aus.
Der Zorn verschwand aus dem Gesicht des Anführers, als er sah, dass der Körper des anderen noch schöner war als er es vermutet hatte. Die Haut war glatt und leicht gebräunt, die Muskeln waren nicht zu ausgeprägt, aber doch deutlich sichtbar.
Der Mann steckte das Messer zurück an seinen Gürtel. „Komm her.“
Etwas zögernd schritt Darius auf den großen Mann zu. Er hatte es erwartet und doch erwischte es ihn ziemlich unvermittelt, ein Schlag ins Gesicht. Es war zwar bloß die flache Hand, aber der Schlag war nahezu betäubend. „Das war für den Wein.“
Als der Mann die Hand noch einmal hob, deckte Darius sein Gesicht mit dem Unterarm. Der andere schlug jedoch nicht zu. Er fasste den schützenden Arm und bog ihn sanft herunter. „Schon gut. Aber das nächste Mal werde ich nicht so zärtlich zu dir sein.“
Darius zweifelte nicht daran. Trotzdem war er kurz davor zurückzuschlagen, denn er kochte innerlich vor Wut und in diesem Zustand handelte er, wie er kurz zuvor gehandelt hatte, äußerst unüberlegt. Es kostete ihn einiges an Mühe, den Ausbruch seiner Emotionen zu verhindern. Auf seinem Gesicht zeigte sich diese Anstrengung recht deutlich.
Es entlockte seinem Gegenüber wieder dieses atypische leise Lachen. „Deine Augen, dein Gesicht, wie sich alles darin spiegelt, Hass und Wut, das gefällt mir.“
Darius starrte seinerseits auf das Gesicht des Mannes. Neben der auffälligen Narbe über der Wange wies es bei näherer Betrachtung noch zahlreiche weitere unvorteilhaft verheilte Blessuren auf. Die Nase war mehrfach gebrochen und die schmalen, fast farblosen Lippen schienen irgendwann in ihrem arroganten Schwung erstarrt zu sein. Dieses Gesicht musste einmal recht ansehnlich gewesen sein. Einzig die geraden Zähne und die intensiven Augen ließen davon noch etwas erkennen.
Als der Anführer bemerkte, dass der andere ihn nun nicht mehr allein mit blinder Wut, sondern auch mit abschätzender Neugier ansah, wurden seine Augen unruhig. „Hör auf, mich anzustarren. Zieh dich weiter aus.“
Darius löste die Schnalle seines Gürtels, äußerst widerwillig und daher so langsam wie möglich.
„Soll ich dir helfen, oder was?“ Der Anführer griff nach dem einen Ende des Gürtels und zog ihn mit einem Ruck aus Darius Hose heraus. Dann spannte er ihn zwischen seinen Händen und versetzte dem jungen Mann einen schmerzhaften Schlag gegen die Brust. „Los schneller, verdammt.“
Darius gefror vor Zorn zu einer böse blickenden Salzsäule.
Der Anführer hatte keine Geduld mehr. Es erstaunte ihn selbst, wie sehr er in seiner Erregung die Kontrolle über sich verlor. Diese Haut, dieser Körper, diese Wut in den Augen - dieser junge Mann machte ihn wahnsinnig. Er musste ihn besitzen, bevor er selbst vollkommen von ihm besessen war.
Die Gegenwehr des anderen, die Hände, die sich gegen seine Oberarme stemmten, es machte ihn nur umso heißer. Der pochende Schmerz in seinem Schienbein fühlte sich so gut an.
Wohin führte dieses Spiel? Es war grausam, denn Darius war darin gefangen, ohne eine Möglichkeit zur Flucht. Er versuchte sich zu wehren gegen die harten Arme, die ihn immer weiter rückwärts drängten, bis hin zu dem Sofa, auf dem er erwacht war. „Was willst du von mir?“
Der Anführer drückte ihm die Arme herunter. Dieser Mann besaß wirklich eine unwahrscheinliche Kraft. So schwach, so ausgeliefert hatte Darius sich nie zuvor gefühlt.
Es war ein Augenblick boshaftester Nähe, als ihm der blutlose Mund in sein Ohr flüsterte. „Hat dich schon mal jemand gefickt?“
Ruckartig riss Darius seine Arme auseinander und wider Erwarten gelang es ihm dadurch, sich aus dem Griff des Mannes zu befreien. „Hast du je gefragt, bevor du dir etwas genommen hast?“
„Wozu?“ Ein heftiger Stoß beförderte Darius rücklings auf das Sofa und ehe es ihm möglich war, sich wieder zu erheben, war der andere schon über ihm. „Wenn mir etwas gefällt, dann nehme ich es mir ganz einfach.“
„Soll das ein Kompliment sein oder eine Drohung?“ Darius spürte die Erektion des anderen an seinem Oberschenkel. Wortlos zog der Mann sein Messer wieder heraus und ließ es über Darius Brust streichen. Der Körper des jungen Mannes verspannte sich unter der bedrohlichen Berührung. Das Messer glitt hinab über seinen Bauch bis hin zum Hosenbund. „Los, runter damit.“
Darius Atem ging sehr rasch. „Steck erst das Messer weg.“
Die Klinge blitzte nun direkt vor seinen Augen. „Halt den Mund und tu, was ich dir sage.“
Darius öffnete seine Hose und zog sie sich von den Hüften.
„Sehr gut.“ Der Mann steckte das Messer weg und griff nach Darius Hand, führte sie ihm zwischen die Beine. „Jetzt mach es dir selbst. Und schau mir dabei in die Augen.“
Wie fremd sich seine eigene Hand anfühlte, als er der Forderung des Mannes nachkam. Darius musste stark dagegen ankämpfen, die Augen nicht zu schließen vor diesem boshaften dunkelgrünen Blick, der in ihm immer mehr von jenen hasserfüllten Gedanken schürte, die sich darum drehten, diesem Mann die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, ihn zu erniedrigen, zu schlagen. Sein Körper reagierte mehr auf diese Vorstellung als auf den Reiz, den seine Hand ausübte, mit einem intensiven Lustempfinden, das ihm unnatürlich und gemein vorkam. „Küss mich.“
Die Augen des Anführers verengten sich. Wie kam es, dass der junge Mann ihm gegenüber einen solchen Wunsch aussprach? Da war nur Feindseligkeit in seinem Gesicht.
Wie vor allem aber kam es, dass der Anführer sich diesem Wunsch nicht widersetzen konnte? Seine schmalen Lippen legten sich auf Darius Mund, und es war Darius Zunge, die einen Moment lang alles kontrollierte.
Der ältere Mann schloss die Augen. Ihm gefiel die Ahnung, ja das Wissen, dass hinter der Leidenschaft in diesem Kuss die reinste Niedertracht verborgen lag. Er bemerkte sehr wohl, wie die Hand des anderen nach dem Messer an seinem Gürtel griff, doch er wollte es ihn versuchen lassen.
Darius Hand erreichte das Messer, bevor es ihm jedoch gelang, die Klinge aus dem Gürtel zu ziehen, hatte der Mann bereits sein Handgelenk umfasst. „Netter Versuch. Du willst einfach nicht aufgeben, was? Umso mehr gefällt es mir mit dir.“
Daraufhin lieferte der Anführer erneut einen Beweis seiner Kraft, indem er Darius Körper an den Schultern unter sich herumdrehte. Er öffnete seine Hose und drang sofort in ihn ein, nicht ruckartig, aber konsequent, bis er ganz in ihm war.
Darius unterdrückte jede Regung, jeden Laut. Das Gewicht des Körpers über ihm, der schmerzhafte Druck der harten Erektion, noch nie hatte er sich so vollkommen in der Gewalt eines anderen gefühlt. Wie er diesen Mann hasste.
Nicht mehr als drei, vielleicht vier mal stieß der Mann in ihn hinein. Dann stockte sein lauter Atem und er kam in ihm. „Verdammt, du machst mich einfach zu geil.“
Darius Körper entspannte sich. „Du verdammtes Schwein. Bist du jetzt zufrieden, dass du mich gefickt hast?“
Der Anführer lachte. „Ich werd dich erst noch richtig ficken.“
Das waren nicht bloß Worte. Darius fühlte, wie der andere in ihm wieder hart wurde, und diesmal beließ er es nicht bei einigen wenigen Stößen. Er fasste Darius um die Hüften und zog ihn auf die Knie. „Los, beweg dich.“
Als Darius dieser Forderung zunächst nicht nachkam, versetzte der Mann ihm einen heftigen Schlag auf den Oberschenkel. „Du sollst dich bewegen, verdammt.“
Unter der Anweisung des Mannes bewegte Darius seine Hüften so, dass dieser noch tiefer in ihn eindringen konnte. „Ich hasse dich.“
„Ich weiß.“ Die Finger des Mannes umfassten Darius Hoden und erwiesen sich dort als äußerst geschickt. Es war nichts als Gewalt. Wie konnte es Darius so erregen? Er versuchte nicht mehr, seinen raschen Atem, seine leisen Schreie zu verbergen.
Ein kaum sichtbares Lächeln huschte über das Gesicht des Anführers. Er stieß noch härter in Darius hinein, verstärkte das Spiel seiner Finger, bis der junge Mann laut aufschrie.
„Siehst du jetzt endlich ein, dass es keinen Sinn hat, gegen mich zu kämpfen? Wie sehr du mich auch verabscheust, ich beherrsche deinen Körper.“
„Niemals“ Das Wort erstickte auf dem Höhepunkt seiner Lust und er ergoss sich über die Hand des Mannes.
Schwer atmend sank Darius auf das Sofa nieder, herabgedrückt von dem Körper des anderen. Am Ziel seiner Erregung gab der Mann kaum einen Laut von sich, bloß ein tonloses Keuchen. Sein Atem berührte Darius Ohr. Schweißnasses Haar kitzelte seine Wange.
Berühr mich nicht, sag nichts, geh einfach weg von mir.
Als könne der Mann Gedanken lesen, zog er sich zurück. Er stand auf und ordnete seine Kleider.
Darius richtete sich ebenfalls auf, zog seine Hosen hoch und schwieg. Nur seine Stirn legte sich in nachdenkliche Falten. Mit wie vielen vor ihm hatte dieser Mann das schon getan? Und was würde er jetzt, da er hatte, was er wollte, mit ihm tun?
„Ich weiß, was du jetzt denkst.“
Fast erschrocken blickte Darius den anderen an.
Der Anführer lächelte kalt. „Du fragst dich, wo du duschen kannst, um dich von einem Dreckskerl wie mir rein zu waschen.“
Wenn Darius sich jetzt waschen wollte, dann höchstens mit dem Blut seines verhassten Widersachers.
Der Mann wies auf eine Tür am anderen Ende des Raumes. „Da ist das Badezimmer. Viel Vergnügen.“
Die Arroganz dieses Mannes war fast noch brutaler als alles, was er tat.
Darius hätte ewig unter der Dusche stehen, ewig auf die weißen Fliesen starren können. Er fühlte sich wie ein Gespenst, als hätte dieser Mann ihm seinen Körper weggenommen. Und dieser betrügerische Körper hatte sich dem hingegeben, ohne dass sein Wille damit einverstanden war. Jetzt roch er schon wie er nach dieser Seife. Vielleicht hätte er sie besser nicht benutzen sollen.
Er hörte die verhasste Stimme, wie sie vor der Tür Befehle erteilte. „Bringt etwas zu essen und Wein. Und fegt die verdammten Scherben auf.“
Na warte, eines Tages werden sie dich kriegen. Ich hoffe, sie werden dich in das dunkelste Loch sperren und dich behandeln, wie du es verdienst, du dreckiger Hund.

Nach einer ziemlich langen Zeit, in der er sich das warme Wasser über seinen Körper hatte laufen lassen, trat Darius widerstrebend in das Zimmer zurück.
Mittlerweile war der Tisch von den Spuren des verschütteten Rotweins gereinigt und für ein Abendessen hergerichtet worden.
Der Anführer war soeben dabei, ein zweites Glas mit Wein zu füllen. „Setz dich. Iss etwas.“
Auf zwei silbernen, vermutlich gestohlenen Platten lagen Schinken und Brot sehr verlockend angerichtet.
„Ich habe keinen Hunger.“
„Wie du meinst.“ Der Mann wusste nur zu gut, wie es gemeint war. Befehlerisch wies er auf einen der Stühle am Tisch. „Dann wirst du mir beim Essen Gesellschaft leisten.“
Daraufhin ging er an Darius vorbei zum Badezimmer. „Ich lasse dich einen Augenblick allein. Mach keine Dummheiten in der Zwischenzeit.“
Darius nickte. Sobald der Mann jedoch hinter der Badezimmertür verschwunden war, lief er zum Fenster und schob die schweren Vorhänge beiseite. Was hatte er erwartet? Es war ein Gefängnis, so wie der andere es gesagt hatte, und vor den Fenstern waren Gitter angebracht.
Es blieb nur der Weg durch die Zimmertür. Allerdings war diese überaus stabil und sein teuflischer Gastgeber hatte es nicht versäumt, sie zu verschließen.
Darius setzte sich an den Tisch und griff eines der Weingläser. Er trank es, ohne abzusetzen, aus und füllte es sich wieder auf. Das tat er dreimal. Dann war er einigermaßen berauscht und konnte dem Essen vor sich nicht mehr widerstehen. Er stopfte sich Brot und Schinken in den Mund, goss mit Wein nach und schlang alles rasch herunter. Zwar ärgerte es ihn, denn er hatte ja keinen Bissen davon anrühren wollen, doch er war einfach zu hungrig und es schmeckte zugegeben außerordentlich gut. Also aß er solange weiter, bis er hörte, wie die Badezimmertür geöffnet wurde.
Der Anführer trat an den Tisch, füllte wortlos Darius Glas auf und stellte die nun leere Weinflache auf den Fußboden. Dann setzte er sich Darius gegenüber.
Das nasse Haar des Mannes war zurückgestrichen. Sein Gesicht wirkte dadurch noch härter und älter.
Als der Mann die zweite Flasche entkorkte, fiel Darius auf, dass diese Hände nicht nur sehr geschickt, sondern auch bemerkenswert schön waren. Nein, das waren sie nicht. Nichts an diesem Mann verdiente auch nur annähernd ein solches Adjektiv.
„Ich hätte dir gern einen besseren Wein angeboten.“ Der Mann wies auf den rot befleckten Teppich.
Darius zuckte mit den Schultern. „Ich trinke nicht, weil es mir schmeckt. Ich würde sogar Spiritus in mich hineinschütten.“
Sein Gegenüber lächelte amphibisch freundlich. „Du bist immer noch wütend, nicht wahr?“
Dieser Mann verhöhnte ihn. Nach all dem, was er ihm angetan hatte, verhöhnte er ihn nun auch noch mit diesen Worten, diesem Blick. Darius kämpfte mit dem Drang, ihm den Wein ins grinsende Gesicht zu schütten.
„Mir ist egal, was du mit meinem Körper machst.“ Der junge Mann erhob sich. „Los, bedien dich. Aber tu nicht so, als sei das hier ein romantisches Abendessen.“
Gelassen trank der Anführer vom Wein und ließ seinen dunkelgrünen Blick über Darius Oberkörper wandern. „Trink dir ruhig noch etwas Mut an. Das steht dir hervorragend.“
„Ich frage mich, was jemand wie du überhaupt empfindet.“
Einer der schlanken Finger fuhr über den Rand des Weinglases. „Hast du es nicht gespürt?“
„Ich habe gar nichts gespürt.“
„Dafür warst du aber ziemlich laut.“
Wein und Wut stiegen Darius zu Kopf. Seine Wangen röteten sich. „Ich sprach von menschlichen Gefühlen. Kennst du so was?“
Der Anführer lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und lachte. „Was bist du bloß für ein pathetischer Schwächling. Ich hätte besser eine von den Frauen nehmen sollen.“
Darius schlug mit der Faust auf den Tisch. „Ich bin kein Schwächling. Ich bin nur kein Verbrecher.“
Das war wohl zu viel gewesen. Der Mann erhob sich von seinem Stuhl. Der Ausdruck in seinem Gesicht wirkte gefährlich, wie elektrisiert. „Ich bin ein Verbrecher, ja?“ Seine Stimme klang gefährlich sanft. „Los sag es mir.“
Darius wagte nicht mehr, irgendetwas zu sagen.
„So schweigsam plötzlich?“ Der Anführer ging herüber zu dem hohen, hölzernen Schrank, der an der Wand hinter dem Tisch stand. Er öffnete eine der Schubladen und zog etwas daraus hervor.
Darius Augen weiteten sich, als er die Peitsche in den Händen des Mannes sah, eine brutale Schnur aus fest geflochtenem schwarzem Leder.
„Nun, wenn du deinen Mund nicht aufbekommst.“ Der Mann warf Darius die Peitsche vor die Füße. „Dann zeig es mir. Ich hoffe, du kannst damit umgehen.“
Zögernd hob Darius die Peitsche auf. Sie wog schwer in seiner Hand, ließ sich aber gut bewegen.
Der Anführer entblößte seinen Oberkörper. „Schlag mich.“ Dieser Körper war durchaus nicht unansehnlich. Ausgeprägte Muskeln spannten sich unter der Haut, als seine Arme sich gegen die Wand stützten. Der Rücken war von langen Narben überzogen. „Los, schlag zu.“
Trotz dieser deutlichen Aufforderung war Darius sich unsicher, ob er wirklich zuschlagen sollte. „Ich tu´s.“
„Verdammt.“
Darius holte aus. Das Leder klatschte auf die Haut, zu schwach.
Der Anführer knurrte bloß verächtlich. „Du bist ein solcher Schwächling. Ich habe dich gefickt wie eine wehrlose kleine Hure.“
„Na, warte.“ Jetzt sollte er bekommen, was er wollte. Darius schlug so kräftig zu, wie er nur konnte. Wieder und wieder. Der Knall der Peitsche, ihre blutigen Spuren auf dem Rücken des Mannes, seine unterdrückten Schmerzenslaute. Es erregte ihn.
Erst als der Rücken vollständig von roten Striemen übersäht war, ließ Darius die Peitsche sinken. Sein Arm schmerzte, doch er war noch nicht bereit, den Mann zu schonen. „Los, zieh deine Hose aus.“ Er schlug noch einmal auf den Rücken. Blut rann aus der aufgeplatzten Haut. „Wird´s bald.“
Schweigend zog der Mann sich aus, bis er ganz nackt war. Seine Beine waren lang und glatt. Der Hintern war fest, ein schöner Anblick, bis die Peitsche ihn traf.
Darius hielt kurz inne und fuhr mit der Hand in seine Hose, um seinen harten Penis zu umfassen. Dann schlug er wieder zu. Er stöhnte. „Dreh dich jetzt um.“
Der Mann war ebenso erregt. Die grünen Augen glänzten vor unterdrückten Tränen und die Lippen öffneten sich seinem exzessiven Atem. „Wie schön du bist, wenn du so grausam bist.“
„Komm her.“
Der Anführer gehorchte. Er trat vor Darius hin und als der junge Mann bemerkte, dass die Überheblichkeit noch immer nicht aus dem Gesicht des Mannes gewichen war, holte er drohend mit der Peitsche aus. „Geh auf die Knie, du verdammter Mistkerl, und lutsch meinen Schwanz.“ Um seinem Befehl etwas mehr Nachdruck zu verleihen, schlug er noch einmal zu. Obwohl er mit dem Schlag die Haut einer der Brustwarzen des Mannes aufgerissen hatte, verzog dieser kein bisschen das Gesicht. Er griff bloß nach der Hand, die ihn geschlagen hatte, und entwand ihr das Folterinstrument. „Ich gebe hier die Befehle.“ Die Peitsche knallte auf Darius Bauch. Der Schmerz vermittelte ihm eine wage Ahnung davon, was er mit dem Mann eben getan hatte. Darius wich einen Schritt zurück. „Aber du hast es so gewollt.“
„Oh, ja.“ Der Mann schloss seine Augen. „Diese Schmerzen. Ich habe sie verdient, nicht wahr?“ Er öffnete die Augen wieder und ihr Blick sagte sehr deutlich, dass er keine Antwort wünschte. „Vielleicht habe ich den Tod verdient und ich bete für euch alle, dass es eine Hölle gibt, denn für das, was ich getan habe, existiert auf Erden keine angemessene Strafe. Aber solange ich lebe, macht der Teufel mir noch keine Konkurrenz. “ Er ging zum Tisch herüber und hob eine der silbernen Anrichteplatten auf. „Sieh hier.“ Die Rückseite voran hielt er sie Darius vor Augen. „Was siehst du?“
Darius sah darin die Reflektion seines eigenen verwirrten Gesichtes und eine Gravur, ein stilisiertes S. „Ich sehe einen Buchstaben, ein S.“
„Das steht für Sejan. Das ist mein Name und alles, was diesen Buchstaben trägt, gehört mir. All das habe ich mir mit Gewalt genommen. An allem hier klebt Blut. Ich will keine Almosen, verstehst du?“
Darius nickte, obwohl er nicht wirklich verstand, worauf der Mann hinaus wollte.
Sejan strich sich mit der Hand über den roten Streifen auf seiner Brust. „Dein Hass, ich habe ihn genossen. Du bist es wirklich wert, mein Eigentum zu sein.“
Wusste Sejan, dass sein Körper Darius erregte? Er spürte es, als sich der junge Mann dicht an ihn herandrückte, um ihm ins Ohr zu flüstern. „Sei dir da mal nicht so sicher, Sejan. Ich habe deine Schmerzen ebenso genossen und meine Strafe ist noch nicht vollendet.“
Die Silberplatte fiel klirrend zu Boden. Darius widmete sich zuerst Sejans Brust. Er biss ihn, ohne sich dabei zurückzuhalten. Er wollte diesen Mann, so sehr er ihn auch innerlich verabscheute - gerade deshalb wollte er ihn. Seine Hände wanderten über die Wunden, die er Sejans Rücken zugefügt hatte, weiter hinunter. „Du wirst mir gehören, Sejan. Und wenn ich dich vom Galgen schneiden muss, um deine Leiche zu schänden.“
Sejan stöhnte auf, als Darius mit seinen Fingern in ihn eindrang. „Was tust du?“
Darius lachte nur und versetzte Sejan ein paar Bisse in die Lendengegend. Dann nahm er Sejans harte Erektion in seinen Mund und saugte, während er mit seinen Fingern brutal in ihn hineinstieß.
Sejan wehrte sich dagegen, immer weiter in die Gewalt dieses jungen Mannes zu geraten. Er griff Darius ins Haar und zog ihn daran von sich weg. „Hör auf damit, du verdammte Hure.“
Er zerrte ihn auf die Beine und stieß ihn rückwärts auf den Tisch. Gläser, Flaschen und Besteck fielen zu Boden, als der Mann Darius Körper an den Hüften vollständig auf die Tischplatte schob. „Ich muss dich wohl daran erinnern, dass ich stärker bin als du.“
Darius versuchte sich aufzurichten, doch ein Schlag der Peitsche machte ihm schmerzhaft deutlich, dass er besser liegen bleiben sollte.
Sejan beugte sich über ihn und zwang ihn mit dem Knauf der Peitsche das Kinn zurückzunehmen. „Du bist einer von denen, die nicht aufgeben können, nicht wahr?“ Mit der anderen Hand riss er Darius das Hemd auf und strich ihm mit den Fingern über Brust und Bauch. „Ich verschandele ungern etwas, das ich besitzen will. Also zwing mich nicht dazu.“
„Jawohl, Herr und Meister.“ Ein Blick in Darius Gesicht genügte, um das Trügerische dieser Worte aufzudecken. Er hatte sich für seinen Stolz entschieden und dabei war es ihm gleichgültig, wie aussichtslos sein Handeln war. Er wusste sehr wohl, dass Sejan es bemerkt hatte, als seine Hand das Brotmesser umfasste. Das war keine Waffe, in dieser Hinsicht war es lächerlich, aber Sejan verstand, was Darius ihm damit sagen wollte.
Sejan nickte. „Wie du willst.“
Die Anspannung des Augenblicks wurde durch ein Klopfen an der Tür zerbrochen.
„Verdammt. Jetzt nicht. Ich bin beschäftigt.“
Von draußen wurde eine Stimme laut. „Boss, es ist äußerst wichtig!“
Sejan stieß ein zorniges Knurren aus. „Einen Moment.“ Er hob seine Hose auf und das Messer, das immer noch neben dem Sofa lag. Den Griff der Klinge zwischen die Zähne geklemmt, zog er sich seine Hosen an und wies dann mit dem Messer auf Darius. „Du weißt, was ich damit mache, wenn du dich auch nur einen Millimeter bewegst.“ Der Ausdruck seiner Augen ließ keinen Zweifel daran, dass er es diesmal ernst meinte. Bisher hatte er mit Darius gespielt, aber als er die Tür öffnete, war er nur noch der Anführer dieser Männer und man sagte ihm nicht umsonst nach, dass er nicht zögerte, bei Zuwiderhandlungen sofort mitleidlos zu töten. „Was ist los? Ich hoffe für dich, es ist wirklich wichtig.“
Darius konnte den Mann, der vor der Tür stand, nicht sehen. Er hörte nur dessen Stimme. „Boss, bitte verzeihen Sie die Störung. Wir haben soeben erfahren, dass wir einen Spion haben.“
„Was? Wer ist es?“
„Gaius.“
Fast unmerklich zuckte Sejan zusammen, als er diesen Namen hörte. „Verdammt.“
„Er hat sich aus dem Staub gemacht. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen, Boss.“
„Wir haben genug Waffen hier und genug Geiseln. Wenn sie uns zu sehr auf die Pelle rücken, massakriert diesen verdammten Bürgermeister und werft seine Leiche vors Tor. Das wird als Warnung reichen.“ Er führte die Klinge des Messers vor seine Augen. „Um Gaius werde ich mich persönlich kümmern.“
„Jawohl, Boss.“
Sejan schloss die Tür und verriegelte sie wieder. Er ging nicht zu Darius zurück, sondern lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand und starrte auf das Messer in seinen Händen. „Du fragst mich, ob ich Gefühle habe. Ich hätte Gaius alles gegeben und alles, was ich ihm jetzt geben werde, ist der Tod. Er weiß, dass ich ihn finden werde.“
Darius richtete sich auf. Es hielt ihn nichts mehr davon ab von diesem Tisch zu steigen, nicht das Messer in Sejans Hand und schon gar nicht der Befehl, der ihm von diesem Mann gegeben worden war. Er fühlte etwas, das ihn wütend machte, das ihn antrieb aufzustehen und zu Sejan hin zu gehen. Er griff nach der Hand, die das Messer hielt, und richtete die Klinge gegen die Brust ihres Besitzers. „Vergiss ihn.“
Sejan tat nichts, auch nicht, als die Messerspitze in seine Haut eindrang. „Wirst du mich töten, wenn ich es nicht tue?“
„Ja. Du hast mich betrogen.“
Sejan lächelte. „Ich bin schon tot.“
„Sei nicht so jämmerlich, Sejan. Das steht dir nicht. Reiß dich zusammen oder ich schneide dir die Kehle durch.“ Um seine Absicht zu bestätigen, ließ Darius die Klinge, die immer noch in Sejans Hand war, höher gleiten.
Der Atem des Mannes beschleunigte sich hörbar. „Das wäre sinnlos, denn mir scheint, du willst mich lebend.“ Mühelos streckte er den Arm aus, um das Messer von sich wegzubringen und Darius gleichzeitig näher an sich heran. Er senkte seinen Kopf, damit der junge Mann ihn küssen konnte. Als Darius jedoch bemerkte, dass dem Kuss des Mannes die Leidenschaft, die er sich wünschte, fehlte, ließ er von ihm ab. „Wenn das so ist, lass mich gehen.“
Sejan lachte tonlos. „Nein. Du bist ein guter Kämpfer. Aus dir lässt sich etwas machen. Ich werde dich ausbilden.“
„Vergiss es. Ich werde nicht für dich töten und stehlen.“
„Du hast keine Wahl. Es sei denn, du willst sterben. Jeder, der mein Gesicht gesehen hat, muss sterben. Ich hatte eigentlich nicht vor, dich am Leben zu lassen, aber ich gebe dir eine Chance.“
Darius realisierte wieder, wer dieser Mann war, den er eben aus freiem Willen geküsst hatte, ein skrupelloser Mörder. Weiß der Teufel, wie viele er vor ihm schon vergewaltigt und danach ermordet hatte. Er würde damit nicht aufhören. Wenn er es für Gaius nicht getan hatte, dann sicherlich auch nicht für Darius. Es gab nur eine Möglichkeit, diesen Mann aufzuhalten, aber er musste auf den richtigen Moment warten. „Gut. Dann bilde mich aus.“
Sejans widerliche Arroganz war in sein Minenspiel zurückgekehrt. „Sehr schön. Dann hör mir jetzt gut zu. Ich wiederhole mich nämlich nur ungern.“ Er steckte das Messer in den Gürtel und hob die Peitsche auf. „Die werde ich bei dir bestimmt noch brauchen. Setz dich auf das Sofa.“
Während Darius wortlos auf dem Sofa Platz nahm, öffnete Sejan eine Schublade des Schrankes, in dem er auch die Peitsche aufbewahrt hatte, und nahm einen kleine Plastikflasche heraus sowie etwas anderes, das sich bei näherer Betrachtung als eine Art Siegelring herausstellte. Nachdem Sejan beides neben das Sofa gelegt hatte, blieb er vor Darius stehen. „Schau mich an.“ Dieser Befehl war unnötig, denn Darius sah ihn bereits an. Dennoch zog ihm Sejan die Peitsche über die Schulter. „Nicht so feindselig. Du sollst mich ansehen, wie ein Schüler seinen Lehrer ansieht.“
Darius unterdrückte jeden Schmerzenslaut. Der Ausdruck seines Blickes steigerte sich noch von feindselig zu tödlich. „Meine Lehrer waren keine gottverdammten Mörder.“
Entgegen der Erwartung, die Darius im voraus leicht zusammenzucken ließ, schlug Sejan nicht zu. Er lächelte sogar, als sei er mit der Reaktion zufrieden. „Du willst dich also immer noch mit mir anlegen. Dann tu es wenigstens richtig.“ Er nahm das Messer aus seinem Gürtel und reichte es Darius. „Hier. Mir genügen meine Hände. Wenn ich aber merke, dass du dich zurückhältst, schlag ich dich mit meinen bloßen Händen tot.“
Darius stand auf. „Keine Sorge. Ich werde mich nicht zurückhalten.“ Aber konnte er das wirklich? Nie zuvor hatte er einen Körper so begehrt wie in diesem Moment Sejans Körper. Er kämpfte mehr gegen sich selbst als gegen diesen Mann. Reiß dich zusammen, Darius. So eine Gelegenheit bekommst du sicherlich nicht wieder. Tu einfach, was du gelernt hast, und lass ihn verbluten. Er hat es verdient.
Sejan merkte rasch, dass er den jungen Mann unterschätzt hatte. Darius war weitaus jünger als Sejan und dadurch verdammt schnell. Er führte das Messer so geschickt, als sei es Teil seiner Hand. Es fuhr durch Sejans Haut wie durch Butter, schnitt ihm die Schulter auf bis hin zur Brust. Noch ein paar von diesen Schnitten und der Blutverlust war tödlich. Sejan musste vorsichtiger werden. „Du bist besser, als ich es erwartet hatte. Wie ist dein Name?“
„Darius.“ Er hätte nicht antworten dürfen. Es war einer von Sejans ältesten Tricks. Kaum dass der andere seinen Namen ausgesprochen hatte, fand er sich schon in die Ecke geschleudert von einem plötzlichen harten Tritt in den Bauch, den er unmöglich hatte blocken können. Darius keuchte. Der Aufprall seines Rückens an der Wand hatte ihm den Atem abgeschnürt, zwar nur kurz, doch lang genug für Sejan, um noch einmal zuzutreten. Darius ging zu Boden. Er krümmte sich und rang nach Luft, während Sejan ihm das Messer aus der Hand nahm und sich ohne eine Miene zu verziehen auf das Sofa setzte. Der sandfarbene Stoff des Sofas tränkte sich mit Sejans Blut. „Komm her zu mir, Darius.“
Es verging eine Weile bis es Darius gelang, sich wieder aufzurichten. Er wankte auf das Sofa zu und blieb davor stehen. „Du hast gewonnen, Sejan. Aber du blutest. Diese Narbe wird dich immer an mich erinnern.“
„Ja.“ Sejan zog Darius zu sich auf das Sofa. „Leg dich hin.“
Darius schloss die Augen. „Was jetzt?“ Er spürte Sejans Lippen auf den seinen und er öffnete den Mund. Dieser Kuss allein war das Kämpfen wert gewesen. Darius wollte mehr von diesem Mann, doch Sejan entfernte sich von ihm. „Bleib so.“ Er hob den kleinen Plastikbehälter und den Siegelring vom Boden auf und zeigte beides Darius. Auf der Front des Ringes befand sich ein S aus messerscharfem Metall. „Du weißt, was das bedeutet. Du wirst mein Zeichen tragen wie alle meine Männer. Wenn du fliehen solltest und dich irgendjemand damit sieht, werden sie dich hängen.“ Daraufhin fasste er Darius Hand und drückte ihm den Ring fest in die Haut der Handfläche. Erst als genug Blut hervorgequollen war, entfernte Sejan den qualvollen Ring und goss eine schwarze Flüssigkeit aus der Plastikflasche in die tiefe Wunde.
Darius starrte auf seine gezeichnete Handfläche. „Das ist meine verdammte Messerhand.“
„Ich weiß. Das garantiert mir, dass du nicht daran herum schneidest.“
Sejan ging zum Schrank und legte Ring und Behälter zurück in die Schublade. Hinter der Tür des Schrankes, die er öffnete, hingen verschiedene Kleidungsstücke. Er nahm eine Hose und ein Hemd heraus, beides schwarz und äußerst elegant, wie sich herausstellte, als er sich angekleidet hatte. Sejan schien es nicht zu kümmern, dass er unter dem Hemd eine noch immer blutende Schnittwunde trug. Er zog sich die Stiefel an und warf sich den Mantel über.
Darius war irritiert. „Du gehst?“
„Ja. Ich halte es für unhöflich, zu spät zu kommen, wenn man mich erwartet.“
„Nein.“ Darius griff nach dem Messer, das Sejan auf dem Sofa hatte liegen lassen. „Lass mich ihn für dich töten.“
„Mach dich nicht lächerlich.“ Sejan verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich ab.


Er kehrte nicht zurück. Darius öffnete die Flasche Wein, die noch übrig war, trank sie restlos aus und schlief daraufhin auf dem Sofa ein.
Was ihn wieder weckte, waren Schüsse und Gebrüll. Noch ehe er sich ganz aufgerichtet hatte, krachte es bereits heftig an der Zimmertür. Sie zerschossen das Türschloss und stießen die Tür auf. Es waren mehrere Männer in den dunkelgrünen Uniformen der Spezialeinheit. Sie richteten die Mündungen ihrer Maschinengewehre auf Darius. „Aufstehen! Hände über den Kopf!“
Darius hielt es für angebracht, dieser Forderung augenblicklich nachzukommen. Geistesgegenwärtig drehte er die Handfläche der rechten Hand nach hinten, um sie vor den Blicken der Männer zu verbergen.
Einer der Männer brüllte in die Richtung der offenen Tür. „Alles klar. Wir haben ihn.“
Auf diese Worte hin betrat ein Mann das Zimmer, dessen Uniform sich von denen der anderen unterschied. Er trug auch kein Gewehr, sondern eine Pistole, die in einem Gurt steckte, der um seine Brust geschlungen war. Das weißblonde Haar wollte nicht so recht zu seinen dunkelbraunen Augen passen, die etwas verwirrt aussahen, als er Darius erblickte. „Keine Ahnung, wer das ist, aber das ist nicht Sejan.“ Er ging zu Darius hin. „Du kannst die Hände runter nehmen. Du hast großes Glück gehabt. Sejan lässt nie jemanden sehr lange leben.“
Darius legte die Handflächen auf seine Hüften. „Falls Sie mir jetzt Fragen stellen wollen. Ich will nicht darüber reden.“
Der Mann lächelte freundlich. „Keine Sorge. Ich werde dir nur Fragen stellen, die mich etwas angehen. Aber zuerst werden wir dich mit den anderen, die wir befreit haben, auf das Revier bringen. Dort seid ihr in Sicherheit und könnt eure Familien kontaktieren.“
Darius hätte gern gewusst, welche Familie der Mann meinte. „Gut, ich komme mit.“
Die Freundlichkeit des Mannes wechselte zu Misstrauen. Der junge Mann vor ihm benahm sich viel zu arrogant für jemanden, der dankbar sein sollte, dass er gerettet worden war. Noch dazu verbarg er seine Handflächen. Das war keines von Sejans Opfern. Als er jedoch seine Hand nach der des jungen Mannes ausstreckte, wurde er durch eine Frauenstimme unterbrochen, die vom Flur her rief. „Nicht schießen. Das ist Darius. Wir kennen ihn.“
Es waren die zwei Schwestern. Sie trennten sich von den Männern, die sie eskortiert hatten, und liefen auf Darius zu. „Wir hatten so gehofft, dass du es überlebt hast.“
Der Weißblonde sah sich sogleich mit den schönen Damen konfrontiert, die ihm von beiden Seiten zärtlich auf die Schultern klopften. „Sieh nur, Darius, das ist der Mann, der uns gerettet hat. Sonst wären wir vielleicht in einem schmutzigen Bordell gelandet.“
„Oder im Harem eines fetten, alten Sultans.“
Plötzlich stieß die Blonde einen spitzen Schrei aus, wobei sie auf das Sofa wies. „Da ist ja lauter Blut.“
„Oh Gott, Darius.“
Der Mann hob beschwichtigend die Hand. „Beruhigen Sie sich, meine Damen. Das wird sicher Sejans Blut sein. Ich kenne seine Spielchen.“ Selbstverständlich kannte er sie. Darius sah, was der Mann auf seiner Handfläche trug.
Was Darius nun tat, war leichtsinnig, doch es reizte ihn zu sehr, um es zu unterlassen. Er reichte dem Mann die Hand. „Ich muss mich wohl bei dir bedanken, Gaius.“
Der Mann hielt Darius Hand zu fest, als dass dieser sie wieder zurückziehen konnte. Er schien zu überlegen. Dann ließ er ihn los. „Geh jetzt, Darius.“
Der Mann wand sich an seine Männer. „Geht jetzt alle. Bringt die jungen Damen und den Mann mit den übrigen aufs Revier. Und dann seht zu, dass sie sicher nachhause kommen. Ich werde hier bleiben und auf Sejan warten.“
Einer der Männer protestierte gegen dieses Vorhaben. „Nein, Gaius, das ist zu gefährlich.“
Ein sonderbares Lächeln huschte über Gaius Mund. „Hast du eine bessere Idee? Denkst du, wir werden Sejan einfach so fassen? Es gibt nur eine Möglichkeit. Ich muss hier auf ihn warten. Allein. Er wird zu mir kommen. Dessen bin ich mir sicher.“
Gaius ließ sich auf dem Sofa nieder und stützte seine Ellenbogen auf die Knie. Als er das Messer auf dem Boden sah, hob er es auf. „He, Darius.“
Der junge Mann blieb stehen und drehte sich um, während die anderen das Zimmer schon verlassen hatten.
Gaius hielt ihm das Messer entgegen. „Nimm es mit. Er wird es nie wieder brauchen. Und falls doch, dann ist es gut, wenn es in deinen Händen ist.“
Darius nahm das Messer. Er nickte, als sei es ein Versprechen, doch er wusste, dass er es nicht halten konnte. Das ist der Unterschied. Du kannst ihn töten, Gaius. Deshalb liebt er dich.


Ende

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